Sammlung von Newsfeeds

Start der Exzellenzinitiative: Deutschland sucht die Super-Unis

Spiegel Uni News - vor 2 Stunden 42 Minuten
Es geht um Forschungsmittel in Milliardenhöhe: Mit Abgabe der Antragsskizzen beginnt an 65 deutschen Universitäten das Herausputzen für die letzte Runde der Exzellenzinitiative. 31 Unis wollen zur Elite-Uni werden. Doch auch wer den Titel schon hat, kann ihn bis 2012 wieder verspielen.
Kategorien: Uni-News

Studieren in Sibirien: Im Land der schönsten Frau und des größten Diamanten

Spiegel Uni News - vor 10 Stunden 26 Minuten
Mord, Totschlag und Suff prägen das Leben in Sibirien, sagen Statistiker. Doch Börries Hornemann fand atemberaubende Natur und herzliche Menschen. In der Sommer-Uni lernte er, dass die Wiege der Menschheit in der russischen Taiga steht - und dass Urrussen sogar das Feuer erfunden haben.
Kategorien: Uni-News

Zivi für drei Monate: Studienstart sticht Dienst am Vaterland

Spiegel Uni News - 2. September 2010 - 8:50
Münsteraner Richter haben einem jungen Mann seinen Dienst am Vaterland stark verkürzt. Der Zivi hatte einen Studienplatz an einer Top-Uni sicher, doch um ihn anzunehmen, musste er vorzeitig aus dem Dienst scheiden. Geht nicht, sagte das Bundesamt. Geht doch, urteilte das Gericht.
Kategorien: Uni-News

Versuche mit Labormäusen: Wenn Töten einfach zum Job gehört

Spiegel Uni News - 1. September 2010 - 6:50
Angehende Neurobiologen haben es schwer: Ihre Jobs sind schlecht bezahlt, und regelmäßig bringen sie zum Wohl der Menschheit Tiere um. Die Methoden sind umstritten, viele Forscher belastet das Töten, manche geben deswegen auf. Doch eine Alternative gibt es für sie nicht.
Kategorien: Uni-News

Anonymisierte Jobsuche: Jungunternehmer gegen neutrale Bewerbungen

Spiegel Uni News - 31. August 2010 - 17:26
Ein Verband junger Unternehmer hält anonymisierte Bewerbungen für unnötig. Ein Drittel der Mitglieder glaubt nicht, dass Personaler Bewerber überhaupt diskriminieren. Für kleine Firmen sei ein anonymes Verfahren außerdem zu aufwendig.
Kategorien: Uni-News

Uni-Perle Brünn: Studieren an der besten Uni Tschechiens

Spiegel Uni News - 31. August 2010 - 9:10
Was, bitteschön, hat Prag denn schon zu bieten? Die Studenten von Brünn jedenfalls lieben die Ruhe, kleine Preise und ein gebührenfreies Studium an der besten Uni in ganz Tschechien. Sehnsucht nach der hektischen Hauptstadt hat hier keiner, versichern Studentin Rebekka und ihre Freunde.
Kategorien: Uni-News

Exzellenzinitiative: Wer wird Forschungs-Millionär?

Spiegel Uni News - 30. August 2010 - 9:26
Anfang September müssen die Anträge für die neue Exzellenzinitiative abgegeben werden. Erneut ringen Deutschlands Unis dann um viele Millionen Euro und begehrte Elite-Titel. Der Wettbewerb hat das Wissenschaftssystem belebt. Doch viel Zeit zum Genießen bleibt auch den Siegern nicht.
Kategorien: Uni-News

Brain-Drain in Griechenland: Junge Akademiker wollen flüchten

Spiegel Uni News - 29. August 2010 - 16:55
Keine Jobs, hohe Steuern, kaum Möglichkeiten zur Weiterbildung: Mehr als zwei Drittel aller jungen Akademiker in Griechenland denken darüber nach auszuwandern. Laut einer Studie haben 40 Prozent sogar schon entsprechende Anträge gestellt. Den Arbeitgebern fehlen Gründe, sie zu halten.
Kategorien: Uni-News

Virtuelle Vorlesungen: Professor in der Endlosschleife

Spiegel Uni News - 28. August 2010 - 10:24
Acht Universitäten versuchen, mit Online-Vorlesungen mehr Menschen für ein Studium zu gewinnen. Die Videostreams sollen das Büffeln auch denjenigen ermöglichen, die Kinder haben, keine Muttersprachler sind oder schon im Beruf stehen - die Nachfrage ist da.
Kategorien: Uni-News

Feier-Fachleute: So eskalieren Sie richtig

Spiegel Uni News - 27. August 2010 - 6:45
In ihrer Studienzeit haben sie gelernt, wie Party geht. Vier Feierkönige erklären, was ein gutes Fest ausmacht: Wie die richtige Mischung aus Musik, Getränken und Menschen explosiv wird, was zu einer gelungenen Eskalation gehört - und welche Fehler Gäste nicht verzeihen.
Kategorien: Uni-News

Unterwegs für die Unesco: "In Deutschland habt ihr Uhren, in Kenia haben wir Zeit"

Spiegel Uni News - 26. August 2010 - 16:57
Sie schwärmten aus für sich und ihr Land: Fünf junge Deutsche schickte die Unesco in ferne Länder. Dort nahmen sie eine Auszeit und wirkten zugleich als Botschafter ihrer Heimat. Im UniSPIEGEL erzählen sie, wie es sich in Kenia, Lettland, der Türkei, Bolivien und in Israel lebt.
Kategorien: Uni-News

Kulturschock im Tschad: Von korrupten Ärzten und großer Gastfreundschaft

Spiegel Uni News - 26. August 2010 - 13:08
Sein Job ist eine Herausforderung, der nur wenige gewachsen sind: Pius Knecht, 56, baut Krankenhäuser in Krisenregionen auf. Vier Jahre war er im Tschad. Er erlebte dort korrupte Ärzte und solche, deren Fehlverhalten Kindern das Leben kostete. Trotzdem war er von vielen Menschen fasziniert.
Kategorien: Uni-News

HRK begrüßt Abschaffung des Kooperationsverbotes

Die ZEIT Uni-News - 26. August 2010 - 11:22

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, hat den Vorschlag der nordrhein-westfälischen Schulministerin Sylvia Löhrmann begrüßt, das Kooperationsverbot von Bund und Ländern abzuschaffen. „Wenn sowohl von Bund und Ländern als auch von verschiedenen politischen Parteien Signale für eine Revision des Föderalismus kommen, dann scheint die Tür für eine Änderung erfreulicherweise offen zu stehen“, sagte Wintermantel.

Die Entwicklungen, die man in den letzten Monaten bundesweit beobachten konnte, zeigten, dass einige Länder nicht mehr in der Lage seien, die Hochschulen ausreichend zu finanzieren. Die Kürzungspläne in Schleswig-Holstein und Hessen seien nur die herausragenden Beispiele.

In dieser Situation dürfe es nach Ansicht der HRK nicht dabei bleiben, dass die Kooperationsmöglichkeiten des Bundes auf wenige „Gemeinschaftsausgaben“ begrenzt blieben. Die gültigen Regelungen zwängen den Bund zu fragwürdigen Behelfskonstruktionen. Das habe etwa die Unterstützungsmaßnahme des Bundes in Schleswig-Holstein gezeigt. Auch könne sich der Bund nur dann an der Finanzierung der Hochschulen beteiligen, wenn es um Vorhaben gesamtstaatlicher Bedeutung gehe und wenn alle Länder zustimmten. Besonders im Hochschulbau, wo der Bedarf bei den Hochschulen immer drängender werde, muss der Bund im höheren Ausmaß gestalten können als es derzeit möglich sei. Außerdem werde der wünschenswerte Wettbewerb zwischen den einzelnen Hochschulen durch den Wettbewerb zwischen den finanzstarken und finanzschwachen Ländern überlagert.

Kategorien: Uni-News

Chance auf Verlangsamung?

Die ZEIT Uni-News - 26. August 2010 - 11:16

Briefe als Mittel der Kommunikation gibt es seit der Antike. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts gilt der private Brief als privilegiertes Medium der authentischen Selbstäußerung. Solche Briefe waren stets „etwas Besonderes“. Der Brief im Wandel der Zeiten.

Überlesen Sie Ihren Brief; es herrscht darin eine Ordnung, die Sie bei jeder Zeile verrät – die Wirkung wird verfehlt.“ Zu viel Ordnung in einem Brief des 18. Jahrhunderts, in einem Liebesbrief zumal, ist verdächtig: Möglicherweise fingiert der Absender seine Liebe zur Adressatin nur? Dabei gilt doch die Gattung des privaten Briefes seit Mitte des 18. Jahrhunderts als privilegiertes Medium der authentischen Selbstäußerung, denn im Brief – so das zeitgenössische Postulat – könne ein Ich sich auf expressive und spontane Weise an ein Gegenüber wenden, um sein Innenleben zu entäußern. Ein solches Verständnis des Privatbriefs als subjektzentrierte Kommunikation ‚von Herz zu Herz’ – die ‚das Subjekt’ zugleich miterfindet – richtet sich gegen den gelehrten Kanzleistil der Regel-Epistolographie, die bis ins 17. Jahrhundert den rhetorischen Charakter von Briefen prägte, aber auch gegen die Briefkultur der Galanterie, der eine raffinierte Verstellungskunst bis hin zur Intrige vorgeworfen wurde.

Der Ratschlag, in einem Liebesbrief nicht zu viel Ordnung walten zu lassen, verweist auf diese Auseinandersetzungen. Er entstammt nämlich dem berühmten Briefroman Les Liaisons dangereuses von Choderlos de Laclos (1782), in dem die Umbrüche der Wissens-, Macht- und Aufschreibesysteme am Ende des 18. Jahrhunderts verhandelt werden, etwa in Form von untereinander kollidierenden Brief- und Liebesdiskursen. Die ebenso kluge wie skrupellose Marquise de Merteuil, die sämtliche Diskurse zu inszenieren weiß, rät ihrem Komplizen, dem Libertin Valmont, seine Liebesbriefe ordnungslos und nicht-rhetorisch erscheinen zu lassen, um bei der zu verführenden – aber tugendhaften – Adressatin dieser Briefe den gewünschten Erfolg zu haben. Denn unter der Maßgabe der ‚Herzenssprache’ muss der ‚wahre’ Brief seine eigene Rhetorik und Medialität unmerklich werden lassen, sprich: Unmittelbarkeit fingieren.

»Durch den Ausbau der Verkehrswege erhöht sich
die Frequenz der Briefzustellung im 17. Jahrhundert.«

Angesichts dieser neuen Intimität des Briefs wurde den Frauen eine größere Affinität zum Brief-Genre unterstellt, die in literaturgeschichtlicher Hinsicht als Zugangsmöglichkeit zum weiblichen Schreiben und Publizieren nicht zu unterschätzen ist, denkt man an bekannte Briefautorinnen um 1800 wie Mme de Staël, Sophie La Roche, Caroline Schlegel-Schelling, Bettine von Arnim oder Rahel Varnhagen. Doch der lebendige Gesprächsstil, der viele dieser vermeintlich dahinplaudernden Briefe auszeichnet, ist eine Schreibstrategie, die auf die literarischen Qualitäten der Autorinnen verweist. Zudem ist er Effekt eines immer leistungsfähigeren Postsystems: Dank des Ausbaus der Verkehrswege erhöht sich die Frequenz der Briefzustellung signifikant seit dem 17. Jahrhundert, so dass Madame de Sevigné, die berühmteste Briefschreiberin ihrer Zeit, Briefe an ihre Tochter mehrmals pro Woche quer durch Frankreich zustellen lassen kann. Im 18. Jahrhundert dann kalkulieren nicht nur die Libertins in den Liaisons dangereuses ihre Intrigen mit verlässlich berechenbaren Empfangszeiten von Briefen – mit der Zustellung zwischen Paris und der campagne ist in diesem Roman binnen eines Tages zu rechnen –, sondern auch Wissenschaftler wie etwa Albrecht von Haller: Er verfasste ca. 17 000 Briefe und schuf ein ausgedehntes Korrespondenznetz, dessen eminente Bedeutung für die Produktion und Verbreitung von Wissen erst in einem derart elaborierten Postsystem zu denken ist.

Jede postalisch organisierte Korrespondenz funktioniert ja mit Hilfe diverser Schaltstellen: Briefkästen, Briefsammelstellen, Briefträger usw., die die Briefwege strukturieren und beschleunigen. Doch sie ermöglichen nicht nur die Beförderung und Übergabe von Briefen, sondern gefährden diese auch, insofern sie Einbruchstellen für Dritte bieten, seien es absolutistische Geheimdienste – besonders berüchtigt: das cabinet noir – oder schlicht neugierige Postbeamte. Das Herrschaftsinstrument, das die Post zu allen Zeiten gewesen ist, erfasst vor allem im 18. Jahrhundert immer systematischer alle Subjekte. Mehr oder weniger offene Anspielungen auf ‚Mitleser‘ bei der Post werden zu einem Topos des Briefgenres und verweisen auf das Dilemma einer intimen Korrespondenz, die einer öffentlichen Zirkulation anvertraut werden muss.

»Briefe schaffen ein Geflecht aus Beziehungen, Wissen und Verstrickungen.«

Briefe können also als Medienformate in einem System der Vernetzung begriffen werden, die ein Geflecht aus Beziehungen, Wissen, Verstrickungen schaffen. Sogar nach dem Tod der Absender oder Adressaten können sie als materiale Objekte weiter zirkulieren oder aber gesammelt, versteckt oder ediert werden und auf diese Weise immer noch Wirkungen zeitigen. Sie bilden ein räumlich zu denkendes Netz, insofern Briefe Strecken zurücklegen, Umwege gehen oder auf Abwege geraten. Und zugleich handelt es sich um ein zeitlich organisiertes Geflecht, weil Briefe einerseits unmittelbare Präsenz suggerieren – beim Lesen eines Briefes scheint der Schreiber selbst anwesend zu sein –, andererseits aber per Aufschub funktionieren, denn das Schreiben und Abschicken durch den Absender sowie das Empfangen und Lesen durch den Adressaten fallen zeitlich auseinander. Zugespitzt formuliert: Ein Brief kommt immer zu spät und ist durch seine nicht einzuholende Nachträglichkeit in ein Netz aus Verschiebungen und Erwartungen eingebunden.

So entsteht eine produktive Spannung, die den Brief für jene Übertragungsleistungen prädestiniert, die Jacques Derrida hervorhebt und zugleich verabschiedet, wenn er seine philosophisch-literarische Korrespondenz La Carte postale (1980) explizit als „die letzten Liebesbriefe“ bezeichnet, die überhaupt noch möglich gewesen seien. Als Briefe, die mit Hilfe ihrer Materialität (Papier, Tinte, Handschrift, Umschlag, Briefmarken, Siegel, Einlagen, Spuren), ihrer Zustellungswege und ihrer Zeitstruktur der Nachträglichkeit auf die Übertragung von Geheimnissen, auf das Spiel mit Erwartungen und die Steigerung von Liebessehnsucht setzen, seien sie nämlich am Ende einer großen Epoche der Übertragung angesiedelt. Diese Epoche der Post, der Literatur, der Philosophie, der Psychoanalyse werde nunmehr durch ein neues „technologisches Regime von Telekommunikationen“ (Derrida) abgelöst: durch die Digitalisierung der Medien also, die die Übertragungswege unfasslich macht, die Übertragungszeiten gegen Null gehen lässt, Raum und Zeit neutralisiert. Dank der Geschwindigkeit der elektronischen Datenübertragung erreicht eine E-Mail quasi simultan ihren Empfänger, und bekanntlich wird von diesem eine ähnliche Geschwindigkeit erwartet. Das Diktat der Zustellung hat die Ungewissheit des Zustellens abgelöst – aber wer wird je 17 000 E-Mails als wissenschaftshistorische Quelle edieren? Folglich wird gegenwärtig immer wieder die Chance auf Verlangsamung und Achtsamkeit durch eine ‚neue Briefkultur’ eingefordert – doch welchen Maximen soll die folgen? „Überlesen Sie Ihren Brief!“

Kategorien: Uni-News

Zwei-Klassen-Medizin, einmal anders

Die ZEIT Uni-News - 26. August 2010 - 11:16

Den Möglichkeiten und dem Nutzen der Genanalyse steht die Gefahr einer genetischen Ausforschung, beispielsweise im Rahmen des Abschlusses von Versicherungsverträgen, gegenüber. Seit 1. Februar 2010 gibt es nun ein neues Gesetz, durch das die genetischen Daten Privatversicherter umfassend geschützt werden sollen. Ist dies gelungen?

Kategorien: Uni-News

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten

Die ZEIT Uni-News - 26. August 2010 - 11:16

Immer wieder werden die US-amerikanischen Universitäten als Vorbild für Deutschland genannt. Dabei wird oft Gleichheit behauptet, wo es in Wirklichkeit dramatische Unterschiede gibt. Ein Beitrag zur differenzierten Wahrnehmung.

Das Bildungswesen in den USA kann nur verstehen, wer die Vermögensverteilung im Lande bedenkt. In den letzten dreißig Jahren hat sich das private Volksvermögen auf eine immer kleinere Gruppe der Bevölkerung konzentriert. In Zahlen: Die oberen zehn Prozent der Bevölkerung verfügen über 71 Prozent des privaten Volksvermögens. Diese Kluft zwischen den sozioökonomischen Gruppen spiegelt sich im Bildungssystem des Landes. Was hier geschehen ist (und sich vermutlich weiter fortsetzen wird), lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Die Spitzenuniversitäten (‚universities at the top’) haben sich so weit von den Universitäten des unteren levels (‚universities at the bottom’) entfernt, dass man von einem ‚Universitätswesen’ als einheitlicher sozialer Institution nicht länger sprechen kann. Die Spitzenuniversitäten vertreten andere Werte als die unteren, sie haben einen anderen Bildungsauftrag, anderes Lehrpersonal und eine andere Finanzierung; die Universitäten im Mittelfeld sind zwischen diesen Extremen hin- und hergerissen. Auf diese Unterschiede und ihre Implikationen möchte ich näher eingehen.

Die Spitzenuniversitäten

Zunächst zu den Spitzenuniversitäten. Rasant steigende Studiengebühren haben seit den frühen achtziger Jahren die Eliteuniversitäten des Landes zur Domäne von Kindern aus reichen Familien gemacht, denn nur diese können die Studiengebühren noch bezahlen. Mehr noch, die Kinder der Reichen sehen ein Studium in Harvard, Yale oder Princeton beinahe als ihr Geburtsrecht an, und in mancher Hinsicht haben sie damit recht: Immerhin vierzehn Prozent der Studenten in Yale sind ‚legacies’: Kinder von ehemaligen Yale-Absolventen. Wie zum Beispiel George W. Bush: Obgleich man ihm nicht die höchste Intelligenz nachsagt, konnte er dennoch in Yale studieren – wie vor ihm sein Vater und sein Großvater. Das „Committee on University Resources“ der Universität Harvard ist solchen Ehemaligen vorbehalten, die der Universität eine Million Dollar oder mehr gespendet haben; von den 340 Mitgliedern des Komitees, die Kinder im College-Alter haben, studieren die Kinder von 336 Mitgliedern wiederum in Harvard (Francis Donoghue: The Last Professors. Fordham University Press 2008, S. 157). Die Eliteuniversitäten sind zu Institutionen geworden, mit deren Hilfe sich die amerikanische Plutokratie repliziert. In seinem Buch The Chosen: The Hidden History of Admission and Exclusion at Harvard, Yale and Princeton stellt der Soziologe Jeremy Karabell eine Studie vor, in der 146 Colleges und Universitäten mit Aufnahmeprüfungen untersucht wurden. Ergebnis der Studie: Studenten aus dem oberen Viertel der sozioökonomischen Hierarchie haben eine fünfundzwanzigmal höhere Chance, an einer Spitzenhochschule aufgenommen zu werden, als Studenten aus dem unteren Viertel der sozioökonomischen Hierarchie (New York Times, September 24, 2007).

Die Eliteuniversitäten sind, wenn man so will, Konsumgüter, und zwar extrem teure Konsumgüter, was ihre Exklusivität verstärkt. Die durchschnittliche Höhe der Studiengebühren für ein einziges Studienjahr an einer amerikanischen Eliteuniversität (USD 35 000) ist höher als das durchschnittliche Jahreseinkommen (USD 29 000; vgl. Chris Hedges, Empire of Illusion. Nation Books 2009, S. 165). Dabei sind die Studiengebühren ja nur die letzte in einer ganzen Reihe von Zahlungen, die geleistet werden müssen: Die sicherste Art, dem Nachwuchs die Zulassung zu einer Eliteuniversität zu sichern, ist, ihn zuvor auf eine Eliteschule zu schicken. George W. Bush beispielsweise besuchte die „Phillips Andover Academy“, wo jährliche Gebühren, Kost und Logis höher sind als das durchschnittliche US-Jahreseinkommen. Entscheidend für die Universitätszulassung eines Studenten ist sein Abschneiden im sogenannten SAT („Scholastic Assessment Test“). Von dem Druck auf die Studenten, im SAT gut abzuschneiden, lebt inzwischen eine kleine Industrie, die „test-preparation companies“. Princeton Review, die beste unter diesen Agenturen, bietet ein Deluxe-Paket für USD 7 000 an; dem Käufer wird ein exzellentes Resultat im SAT garantiert.

»Universitäten sind zu Markenartikeln verkommen.«

Wenn Studenten in eine Eliteuniversität eintreten, sind sie häufig weniger am Erwerb von höherer Bildung interessiert als am schlussendlichen Erwerb einer exklusiven Ware, einer Ware, auf die ihr ganzer Bildungsweg ausgerichtet war. Seit 1983 erscheint der U.S. News & World Report mit einer Rangliste der besten US-amerikanischen Universitäten; seither betrachten Amerikaner das jährliche Universitätsranking als biblische Wahrheit. Wer Wert darauf legt, eine hochrangig eingestufte Universität zu besuchen, hat sich schon einem System unterworfen, in dem gesellschaftliches Prestige zur Ware geworden und ein Universitätsabschluss mehr oder weniger wert ist – je nachdem, wo im Ranking die Universität steht, an der er erworben wurde. So wird der soziale und berufliche Stellenwert eines Studenten direkt mit der Universität verknüpft, die er besucht hat. Universitäten sind zu Markenartikeln verkommen, von denen die einen mehr, die anderen weniger gelten: Princeton wäre dann der Porsche unter den Universitäten, Ohio State der Honda. Geht es aber den Studenten bei der Wahl ihrer Universität zunächst darum, an einem Markennamen teilzuhaben, wird ihnen Bildung zweitrangig. Freilich gibt es Ausnahmen: Präsident Barack Obama wuchs in relativ armen Verhältnissen auf, dennoch absolvierte er sein Studium an der Columbia University und der Harvard Law School. Wem es wichtiger ist, etwas zu lernen, als sich um Prestigefragen zu kümmern, der kann in Harvard, Yale, Princeton oder Columbia eine exzellente Ausbildung erhalten. Doch die Regel ist, wie Karabell sagt, die umgekehrte Einstellung, und sie gilt vor allem für die Kinder der Reichen.

Diese Entwicklung beruht freilich auf einer Reihe von zweifelhaften Annahmen, besonders was die Rangliste des U.S. News & World Report (oder jedes andere Universitätsranking) betrifft. Die Formel, nach der U.S. News das Ranking einer Universität ermittelt, beruht auf einer ganzen Reihe von Daten, wie Zulassungsquoten, Prozentzahl an Studenten, die zu den besten zehn Prozent der Schulabgänger gehörten, Anzahl der Studenten je Professor, Höhe der Spenden durch Alumni etc. Da die Rankingformel von U.S. News jeder Universität bekannt ist, lässt sich so manche verleiten, die eigenen Zahlen zu ‚optimieren’ und dadurch einen besseren Platz zu erobern: Man lässt einfach etwas weniger Studenten zu, reduziert die Klassengröße o.ä. Die Clemson University hat in der Vergangenheit eine Reihe solcher ‚Justierungen’ vorgenommen. Die Verantwortliche für die Zulassung von Studenten, Catherine E. Watt, gab damals öffentlich zu, dass auf diese Weise die charakteristischen Daten der Universität auf die Kriterien von U.S. News abgestimmt werden sollten. Mit Erfolg: In nur einem Jahr rückte Clemson University von Platz 33 auf Platz 22 der staatlichen Universitäten (‚public universities’) vor – eine scheinbare ‚Verbesserung’, die freilich jeder, der ihre Hintergründe kannte, als geschmacklos empfinden musste (Inside Higher Education, June 9, 2009).

Eine weitere Versuchung, das eigene Ranking zu manipulieren, bietet die Umfrage zum Ansehen der einzelnen amerikanischen Universitäten (‚reputation survey’), die vom Präsidenten, Kanzler oder Dekan einer Universität abgegeben wird; die Ergebnisse dieser Umfrage werden mit fünfundzwanzig Prozent im Ranking von U.S. News gewichtet. Die Umfrage fordert die Verantwortlichen auf, die eigene Hochschule mit den anderen Hochschulen zu vergleichen. Die Antworten beinhalten zumeist mehr Meinungen als Informationen – und was liegt näher, als die konkurrierenden Hochschulen bei dieser Gelegenheit ein wenig schlechter darzustellen als sie eigentlich sind? Seit Jahren zirkulieren Berichte, wie manche Universitäten das Rankingsystem manipulieren – im Fall Clemson University sind die Methoden bestens dokumentiert.

Als Reaktion auf diese Manipulationen forderte Lloyd Thacker, Gründer der ‚Education Conservancy’ (einer Organisation, die sich für die Entkommerzialisierung der Universitätszulassungen einsetzt), die Hochschulpräsidenten nachdrücklich auf, die U.S. News-Umfrage zu boykottieren – mit großem Erfolg. Vor einigen Jahren beteiligten sich noch 67 Prozent der amerikanischen Universitäten an der Umfrage; im letzten Jahr waren es nur noch 46 Prozent. Man kann sagen, dass damit das wichtigste der amerikanischen Rankings seine Glaubwürdigkeit eingebüßt hat.

Es ist schwer vorauszusagen, wo all das enden wird. Thacker und seine unermüdlichen Appelle haben sicherlich den Glauben an das Rankingsystem in der Universitätswelt, ja sogar in der Öffentlichkeit ins Wanken gebracht. Dennoch bleibt Amerika ein Land, das von Konkurrenzdenken – und folglich von Rankings – besessen ist. Robert Oden Jr., Präsident des Carleton College, der sich dem Boykott nicht anschloss, warnt: „Ich glaube, Rankings werden uns immer begleiten, jetzt und in der Zukunft. Den besten Fluss für Fliegenfischer und die beste Universität – die wird es immer geben“.

Die anderen Universitäten

Nun zu den anderen Universitäten. Am unteren Ende des US-amerikanischen Bildungssystems finden sich die Hochschulen, die sich nie an dem Kampf um Prestige oder einen guten Platz im nationalen Universitätsranking beteiligt haben. Dennoch sind gerade sie es, die von den steigenden Studiengebühren an den Eliteuniversitäten profitieren. Die Anziehungskraft dieser Hochschulen (,post-secondary schools’) – sei es der ,community colleges’, der Fachhochschulen (,technical colleges’) oder der wachsenden Zahl der ,for-profit universities’ – verdankt sich einer Reihe von Pluspunkten, die die traditionellen Universitäten nicht bieten können: Sie sind betont praxis- und berufsorientiert – im Unterschied zu der ziemlich abstrakten Ausbildung an Amerikas Elitehochschulen. Sie sind – aus verschiedenen Gründen – auch viel billiger als diese: Einerseits dauern ihre Studiengänge nur zwei – nicht vier – Jahre; andererseits sind insbesondere die ‚for-profit universities’ sehr gut darin, ihren Studenten bei der (aller Erfahrung nach äußerst komplizierten) Einwerbung von Stipendien oder sonstigen Studiendarlehen zu helfen.

»Das byzantinische Stipendien- und Darlehenssystem gleicht einem Krebsgeschwür.«

Das byzantinische Stipendien- und Darlehenssystem gleicht nachgerade einem Krebsgeschwür, das nach und nach die Grundfesten des amerikanischen Hochschulsystems befällt und anfrisst. Während die Subventionen der Regierung immer weiter schrumpfen und das Bildungswesen zunehmend privatisiert wird, sind die Stipendien keineswegs mit den steigenden Studiengebühren gewachsen. So haben die sog. ‚PELL Grants’, das größte der Stipendienprogramme im Lande, im Jahr 1976 noch 84 Prozent der Gebühren eines vierjährigen Studiums an einer ‚public university’ abgedeckt; im Jahre 2002 waren es nur noch 39 Prozent, mit weiter sinkender Tendenz (Advisory Committee on Student Financial Assistance, Washington, D.C., 2001). Studiendarlehen haben inzwischen das Stipendiensystem weitgehend ersetzt; zwei Drittel der Studenten finanzieren heute ihr Studium mit Hilfe eines Studiendarlehens (Jeffrey J. Williams, „Student Debt and the Spirit of Indenture“ Dissent Magazine, February 5, 2009). Im Jahr 1984 hatte der durchschnittliche amerikanische Collegeabsolvent bei der Regierung Schulden aus Studiendarlehen in Höhe von USD 2 000, im Jahr 2004 sind diese Schulden durchschnittlich auf USD 19 200 angewachsen. Unterdessen haben sich private Firmen, die Studiendarlehen vergeben, auf dem Markt etabliert: Die Zahl der privaten Studiendarlehen hat sich seit 1996 verfünffacht. Das Besondere an diesen privaten Darlehen ist, dass sie von der Regierung garantiert sind: Können die Absolventen sie später nicht zurückzahlen, weil sie etwa arbeitslos sind, muss die Regierung zahlen. Die Geldgeber tragen also kein Risiko, selbst wenn sie Darlehen an schlecht qualifizierte Studenten geben. Sich in den USA um ein Studiendarlehen zu bewerben, ist ein mühsames und verwirrendes Unterfangen. Die ‚for-profit universities’ haben es aber verstanden, ihren Studenten dabei zu helfen und sich selbst damit ein risikoloses, konstantes Einkommen zu sichern.

Sowohl die ,community colleges’ als auch die ,for-profit universities’ arbeiten beinahe ausschließlich mit Lehrbeauftragten (,adjunct labor’), die für den einzelnen Kurs bezahlt und – je nach Studentenzahlen – weiterbeschäftigt oder gekündigt werden. Diese Hochschulen erwarten von ihrem Personal keine Forschung, und sie stellen auch keine Forschungsgelder zur Verfügung. Sie sparen all die Kosten ein, die üblicherweise mit einer Professur auf Lebenszeit (,tenured professoriate’) verbunden waren; sie geben ihrem Personal keine Zeit für die Forschung und zahlen weder in die Altersvorsorge noch die Krankenversicherung ein. Man könnte hier – mit Recht – zu bedenken geben, dass diese Arbeitsbedingungen sich nachteilig auf die Qualität des Unterrichts auf der unteren Stufe auswirken müssen, zumal die Dozenten oft an drei oder mehr solcher Hochschulen gleichzeitig unterrichten. Dies gilt umso mehr, als die Studenten an diesen Institutionen oft nur schlecht auf ein Studium vorbereitet sind. Gleichwohl werden diese Institutionen weiter florieren.

Zum einen sind also die Hochschulen auf der unteren Stufe billiger als die traditionellen Universitäten; zum anderen bieten sie ihren Studenten auch bequemere Studienbedingungen: Üblicherweise haben sie Abend- und Wochenendkurse im Programm, und – was noch wichtiger ist – sie sind Pioniere auf dem neuen Gebiet des ,online learning’, wo die traditionellen Universitäten weit zurückgeblieben sind. Das ‚online learning’ eignet sich bestens für den heutzutage typischen US-Studenten. Das ist keineswegs mehr der Achtzehn- bis Zweiundzwanzigjährige, der gerade die höhere Schule verlassen hat. Die steigenden Studiengebühren sind dafür verantwortlich, dass Studenten älter sind, wenn sie mit dem Studium beginnen, ihr Studium häufiger unterbrechen (um Geld fürs Studium zu verdienen) und auf diese Weise länger brauchen, bis sie ihr Studium abschließen. Der typische Student ist heute sechsundzwanzig Jahre alt, lebt in einer festen Beziehung und arbeitet dreißig Stunden in der Woche. Für viele dieser Studenten ist die Aussicht auf ein Studium, das vier Jahre dauert, alles andere als ermutigend. Daher die wachsende Zahl ,alternativer’ Hochschulen mit ihrem attraktiven Angebot von kürzeren Studienzeiten, online-Kursen etc.

Da nur relativ wenige Studenten sich den Besuch einer Eliteuniversität leisten können, werden vermutlich die neuen, berufsorientierten Hochschulen (seien sie nun öffentlich oder privat) das US-Bildungssystem des 21. Jahrhunderts prägen. Auch die Eliteuniversitäten wird es weiterhin geben, und die intellektuelle Oberschicht des Landes – Ärzte, Rechtsanwälte, Professoren und seriöse Journalisten – werden hier ihre Ausbildung erhalten. Doch davon abgesehen wird wohl der traditionelle B.A. (,Bachelor of Arts’) und B.S. (,Bachelor of Science’) nach und nach ersetzt werden durch eine Art ,Ausbildungspass’, der alle hier und dort von einem Studenten erworbenen Zertifikate und Qualifikationen verzeichnet. Da ein rein berufsorientiertes Studium kein komplettes Baccalaureat umfassen muss, sondern auch in kürzerer Zeit absolviert werden kann, wird wohl die Zweijahres-Hochschule – oft als gewinnorientiertes Geschäftsunternehmen – die Institution der Massenausbildung werden.

Die Universitäten im Mittelfeld

Zuletzt noch ein Wort zu den Universitäten im Mittelfeld zwischen den Spitzen- und den unteren Universitäten. Ihre Zahl nimmt nicht nur ab, sondern ihre Lage ist auch äußerst kritisch. Amerikas wichtige staatliche Universitäten, die früher durch öffentliche Mittel subventioniert wurden und das Herzstück des amerikanischen Bildungssystems bildeten, sehen sich in einem gefährlichen Dilemma. Sie beteiligen sich zwar an dem herrschenden Wettbewerb um das universitäre Prestige, aber die stark schrumpfenden staatlichen Subventionen verschlechtern ihre Chancen in diesem Wettbewerb. Es ist ihnen fast unmöglich, mit dem Kapital zu konkurrieren, das Harvard, Yale oder Princeton zur Verfügung steht. Allein der Versuch der staatlichen Universitäten, im Kampf ums Prestige mitzuhalten, ist daher zum Scheitern verurteilt. Freilich wollen die staatlichen Universitäten den Studenten auch eine berufspraktische Ausbildung anbieten; tatsächlich wurden viele staatliche Hochschulen gerade zu diesem Zweck gegründet. Es hat sich aber gezeigt, dass sie, was Praxisnähe des Studiums betrifft, hinter den ‚community colleges’ und den ‚for-profit universities’ zurückbleiben. So stehen die staatlichen Universitäten in der Mitte zwischen den Spitzenuniversitäten einerseits, den ‚community colleges’ und ‚for-profit universities’ andererseits und gehören so recht zu keiner. Gelingt es ihnen in den nächsten Jahren nicht, ihre eigenen Ziele klar zu formulieren, dann werden sie wohl überflüssig werden.

»Die Zweijahres-Hochschule wird die Institution der Massenausbildung werden.«

Welche Implikationen hat diese Zweiteilung des US-Bildungssystems in der Zukunft? Der Trend zu einem kürzeren, rein berufsorientierten Studium schlägt sich natürlich in dem Ausbildungs- und Kenntnisstand von Amerikas arbeitender Bevölkerung nieder. Sieht man sich die untere Stufe des Bildungssektors an, die bald dominieren wird, so darf man wohl sagen, dass dort andere Ziele als an den Eliteuniversitäten verfolgt werden: Hier werden nicht Anwälte sondern Anwaltsgehilfen, nicht Radiologen sondern radiologische Assistenten – mit anderen Worten: Arbeitnehmer mit untergeordneter Qualifikation und Verantwortung ausgebildet werden. Sie lassen sich nach Robert Reich als „service workers“ bezeichnen. Die USA sind in zunehmenden Maße eine Dienstleistungsgesellschaft geworden. Sollten sich die Entwicklungen im US-Bildungswesen fortsetzen, die ich hier aufgezeichnet habe, so wird diese Dienstleistungsökonomie weiter wachsen. Das Berufsfeld für amerikanische Hochschulabsolventen wird sich verengen, weil dann ein Hochschulzeugnis nur ein zweijähriges Studium bedeutet. Diese Rückentwicklung des US-amerikanischen Bildungswesens war nicht unvermeidlich, aber durchaus vorhersehbar. Sie ist das Ergebnis einer Kehrtwende in der Einstellung zur höheren Bildung und folglich in der Bildungspolitik seit Anfang der achtziger Jahre. Die Jahre zwischen 1946 und 1976 werden als ,Goldenes Zeitalter’ in die Geschichte amerikanischer Bildung eingehen. Der ,Serviceman’s Readjustment Act’ (bekannt als ,G.I. Bill’) verschaffte Hunderttausenden von Veteranen aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Koreakrieg freien Zugang zu den Universitäten. Die Folge davon war eine ehrgeizige Expansion der amerikanischen Universitäten, die durch das ,space race’ mit der Sowjetunion noch beschleunigt wurde. Um 1980, wenn nicht früher, hatten sich die Zeiten geändert, und die Amerikaner zogen sich auf ihre traditionelle Position zurück, derzufolge Bildung kein staatsbürgerliches Grundrecht ist. Die lange Geschichte dieser Ansicht hat Richard Hofstadter in seinem Buch Anti-intellectualism in America (1962) aufgerollt. Was folgte, waren Kürzungen in der öffentlichen Finanzierung der Hochschulen und bei den Unterstützungen für Studenten – und schließlich eine Explosion der Studiengebühren, die ich als die Wurzel des Dilemmas ansehe, in der sich das US-amerikanische Universitätssystem heute befindet. Beides hat letzten Endes zu einer Verminderung der Ausbildungsstandards und der Reichweite intellektueller Interessen geführt. Die jüngste Entwicklung verheißt nichts Gutes für die USA. Da Indien und China jetzt ihr Bildungswesen rapide ausbauen, kann es für Amerikaner kaum von Vorteil sein, schlecht ausgebildet zu werden.

(Übersetzung: Sabine Rossbach)

Kategorien: Uni-News

Technische Universitäten: „Dipl-Ing.“ wieder einführen

Die ZEIT Uni-News - 26. August 2010 - 11:15

Der Verband von neun Technischen Universitäten (TU9) will den Grad „Diplom-Ingenieur“ („Dipl-Ing.“) als deutsches Markenzeichen für ihre Absolventen wieder einführen. Dabei wollen sie aber nicht von den neuen gestuften Bachelor- und Masterstudiengängen abrücken. Beim Titel müsse die Kultusministerkonferenz (KMK) nachkorrigieren. Die Abschaffung des Diploms als akademischer Grad sei ein Fehler gewesen. Den könne man nach österreichischem Vorbild beheben. „Das österreichische Hochschulgesetz führt aus: Dipl.-Ing. ist ein Mastergrad. Schon sind alle Probleme gelöst“, sagte der Präsident der TU9, Ernst Schmachtenberg.

Die KMK will sich laut deutscher Presseagentur Mitte Oktober damit befassen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) unterstützt ausdrücklich das Streben der neun technischen Universitäten (TU9), zum Grad „Diplom-Ingenieur“ („Dipl.-Ing.“) als deutsches Markenzeichen für ihre Absolventen zurückzukehren. Es sei ein Zeichen des Selbstbewusstseins der Universitäten, wenn sie an diesem Titel festhalten wollten. Einem entsprechenden Vorstoß der TU9 vom Frühjahr hatten sich kürzlich auch Physikerverbände angeschlossen. Auch Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg unterstützte das Anliegen. Er kündigte einen entsprechenden Vorschlag an, der bei der KMK vorgestellt werden solle, berichtet dpa. Das Diplom ist nach Ansicht der TU9 ein weltweit anerkannter Qualitätsbegriff wie das „Made in Germany“ in der Industrie. Absolventen mit dem Titel hätten auf dem Arbeitsmarkt eindeutig einen Wettbewerbsvorteil. Der Master of Science unterscheide nicht mehr zwischen einem Physiker, Chemiker, Germanisten und Ingenieur. Der Berufsbezug sei in dem akademischen Grad nicht mehr erkennbar. Ein Student, der in einem fünfjährigen Studium den Bachelor und Master mache, habe die gleiche Qualifikation wie ein Diplom-Student. Dann solle er auch den Titel Diplom-Ingenieur bekommen können.

Unlängst hatten die Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten (4ING) die Strukturvorgaben der KMK kritisiert, weil diese in die Autonomie der Hochschulen eingriffen. Diese behinderten den Bologna-Prozess mehr als dass sie ihn beförderten. 4ING empfahl der KMK, in Zukunft ganz auf Strukturvorgaben zu verzichten.

Kategorien: Uni-News

Hochschulstiftungen: Finanzierungsprobleme ohne Studiengebühren

Die ZEIT Uni-News - 26. August 2010 - 11:15

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat davor gewarnt, dass Nordrhein-Westfalens Universitäten und Fachhochschulen den Ausbau ihrer Hochschulstiftungen stoppen müssten. Acht Hochschulen haben nach Auskunft des Verbandes in den vergangenen vier Jahren Hochschulstiftungen gegründet, für deren Kapitalstock sie bis zu 20 Prozent der jährlichen Einnahmen aus Studienbeiträgen verwenden konnten. Inzwischen verfügen diese Stiftungen im Mittel über ein Vermögen von ein bis zwei Millionen Euro. Die Stiftungen unterstützen Studierende, die keine andere Chance auf Förderung haben, etwa weil sie zu alt für BAföG sind oder aufgrund ihrer Herkunft kein staatliches Studiendarlehen erhalten können.
Der Stifterverband fordert die Landesregierung auf, im Falle einer Streichung von Studienbeiträgen Vorsorge für den weiteren Ausbau der Hochschulstiftungen zu treffen. SPD und Grüne haben nach Auskunft des Verbandes angekündigt, die Einnahmeausfälle der Hochschulen durch steuerfinanzierte Mittel zu kompensieren. Die Hochschulen sollten diese Kompensationsmittel nach Ansicht des Stifterverbandes ebenso nachhaltig und flexibel einsetzen können wie bisher die Studienbeiträge.

Unterdessen hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung gemeldet, dass die Universitäten in Nordrhein-Westfalen skeptisch seien, ob die Landesregierung die 240 Millionen Euro kompensieren kann, die bei einer Abschaffung der Studiengebühren fehlen würden. Allein an der Universität zu Köln wurden mit Gebühren in Höhe von 25 Millionen Euro im Jahr mehr als 400 neue Stellen geschaffen, die dann gefährdet wären.

Kategorien: Uni-News

Großbritannien: Hochschulen schließen?

Die ZEIT Uni-News - 26. August 2010 - 11:15

Eine Mehrheit der Vizekanzler britischer Hochschulen glaubt einer Umfrage zufolge, dass die Finanzkrise zur Schließung von Hochschulen führen wird. Allerdings denken wenige, dass ihre eigene Institution davon betroffen sein werde. Das geht aus einer Studie der PA Consulting Group hervor, über die die Zeitung Times Higher Education Supplement berichtet. Auch seien die Befragten davon überzeugt, dass die neue Regierung in Finanznot geratenen Hochschulen nicht beispringen werde. Die BBC berichtet unterdessen, dass viele Hochschulen planen, ihre internationale Präsenz zu verstärken, um ihre finanzielle Situation zu verbessern. Studenten aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören, müssen in Großbritannien höhere Studiengebühren zahlen als solche aus EU-Ländern. Wie mehrere Zeitungen berichten, droht Akademikern in Großbritannien eine Sondersteuer, deren Ertrag den Universitäten zugute kommen soll. Es bestehe Konsens, dass die Zeit der steuerfinanzierten Hochschulausbildung vorbei sei.

Kategorien: Uni-News

Fast 50 Millionen Deutsche online

Die ZEIT Uni-News - 26. August 2010 - 11:15

Im Frühjahr 2010 nutzten in Deutschland 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren wenigstens gelegentlich das Internet, dies entspricht einem Anteil von 69,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit 5,5 Millionen Nutzer neu hinzugekommen. Dies geht aus der aktuellen „Online-Studie“ der ARD und des ZDF hervor. 76 Prozent der deutschen Internet-Nutzer sind demnach täglich im Netz. Damit ist die Reichweite des Internets inzwischen fast vergleichbar mit der des Fernsehens: Das Internet zählt für die meisten Nutzer zum Alltag und wird gewohnheitsmäßig (fast) täglich eingeschaltet.

Kategorien: Uni-News
Inhalt abgleichen