Der Verband von neun Technischen Universitäten (TU9) will den Grad „Diplom-Ingenieur“ („Dipl-Ing.“) als deutsches Markenzeichen für ihre Absolventen wieder einführen. Dabei wollen sie aber nicht von den neuen gestuften Bachelor- und Masterstudiengängen abrücken. Beim Titel müsse die Kultusministerkonferenz (KMK) nachkorrigieren. Die Abschaffung des Diploms als akademischer Grad sei ein Fehler gewesen. Den könne man nach österreichischem Vorbild beheben. „Das österreichische Hochschulgesetz führt aus: Dipl.-Ing. ist ein Mastergrad. Schon sind alle Probleme gelöst“, sagte der Präsident der TU9, Ernst Schmachtenberg.
Die KMK will sich laut deutscher Presseagentur Mitte Oktober damit befassen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) unterstützt ausdrücklich das Streben der neun technischen Universitäten (TU9), zum Grad „Diplom-Ingenieur“ („Dipl.-Ing.“) als deutsches Markenzeichen für ihre Absolventen zurückzukehren. Es sei ein Zeichen des Selbstbewusstseins der Universitäten, wenn sie an diesem Titel festhalten wollten. Einem entsprechenden Vorstoß der TU9 vom Frühjahr hatten sich kürzlich auch Physikerverbände angeschlossen. Auch Baden-Württembergs Wissenschaftsminister Peter Frankenberg unterstützte das Anliegen. Er kündigte einen entsprechenden Vorschlag an, der bei der KMK vorgestellt werden solle, berichtet dpa. Das Diplom ist nach Ansicht der TU9 ein weltweit anerkannter Qualitätsbegriff wie das „Made in Germany“ in der Industrie. Absolventen mit dem Titel hätten auf dem Arbeitsmarkt eindeutig einen Wettbewerbsvorteil. Der Master of Science unterscheide nicht mehr zwischen einem Physiker, Chemiker, Germanisten und Ingenieur. Der Berufsbezug sei in dem akademischen Grad nicht mehr erkennbar. Ein Student, der in einem fünfjährigen Studium den Bachelor und Master mache, habe die gleiche Qualifikation wie ein Diplom-Student. Dann solle er auch den Titel Diplom-Ingenieur bekommen können.
Unlängst hatten die Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten (4ING) die Strukturvorgaben der KMK kritisiert, weil diese in die Autonomie der Hochschulen eingriffen. Diese behinderten den Bologna-Prozess mehr als dass sie ihn beförderten. 4ING empfahl der KMK, in Zukunft ganz auf Strukturvorgaben zu verzichten.
Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat davor gewarnt, dass Nordrhein-Westfalens Universitäten und Fachhochschulen den Ausbau ihrer Hochschulstiftungen stoppen müssten. Acht Hochschulen haben nach Auskunft des Verbandes in den vergangenen vier Jahren Hochschulstiftungen gegründet, für deren Kapitalstock sie bis zu 20 Prozent der jährlichen Einnahmen aus Studienbeiträgen verwenden konnten. Inzwischen verfügen diese Stiftungen im Mittel über ein Vermögen von ein bis zwei Millionen Euro. Die Stiftungen unterstützen Studierende, die keine andere Chance auf Förderung haben, etwa weil sie zu alt für BAföG sind oder aufgrund ihrer Herkunft kein staatliches Studiendarlehen erhalten können.
Der Stifterverband fordert die Landesregierung auf, im Falle einer Streichung von Studienbeiträgen Vorsorge für den weiteren Ausbau der Hochschulstiftungen zu treffen. SPD und Grüne haben nach Auskunft des Verbandes angekündigt, die Einnahmeausfälle der Hochschulen durch steuerfinanzierte Mittel zu kompensieren. Die Hochschulen sollten diese Kompensationsmittel nach Ansicht des Stifterverbandes ebenso nachhaltig und flexibel einsetzen können wie bisher die Studienbeiträge.
Unterdessen hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung gemeldet, dass die Universitäten in Nordrhein-Westfalen skeptisch seien, ob die Landesregierung die 240 Millionen Euro kompensieren kann, die bei einer Abschaffung der Studiengebühren fehlen würden. Allein an der Universität zu Köln wurden mit Gebühren in Höhe von 25 Millionen Euro im Jahr mehr als 400 neue Stellen geschaffen, die dann gefährdet wären.
Eine Mehrheit der Vizekanzler britischer Hochschulen glaubt einer Umfrage zufolge, dass die Finanzkrise zur Schließung von Hochschulen führen wird. Allerdings denken wenige, dass ihre eigene Institution davon betroffen sein werde. Das geht aus einer Studie der PA Consulting Group hervor, über die die Zeitung Times Higher Education Supplement berichtet. Auch seien die Befragten davon überzeugt, dass die neue Regierung in Finanznot geratenen Hochschulen nicht beispringen werde. Die BBC berichtet unterdessen, dass viele Hochschulen planen, ihre internationale Präsenz zu verstärken, um ihre finanzielle Situation zu verbessern. Studenten aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören, müssen in Großbritannien höhere Studiengebühren zahlen als solche aus EU-Ländern. Wie mehrere Zeitungen berichten, droht Akademikern in Großbritannien eine Sondersteuer, deren Ertrag den Universitäten zugute kommen soll. Es bestehe Konsens, dass die Zeit der steuerfinanzierten Hochschulausbildung vorbei sei.
Im Frühjahr 2010 nutzten in Deutschland 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren wenigstens gelegentlich das Internet, dies entspricht einem Anteil von 69,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit 5,5 Millionen Nutzer neu hinzugekommen. Dies geht aus der aktuellen „Online-Studie“ der ARD und des ZDF hervor. 76 Prozent der deutschen Internet-Nutzer sind demnach täglich im Netz. Damit ist die Reichweite des Internets inzwischen fast vergleichbar mit der des Fernsehens: Das Internet zählt für die meisten Nutzer zum Alltag und wird gewohnheitsmäßig (fast) täglich eingeschaltet.
Die Europäische Union hat ihr Ziel, bis zum Jahr 2010 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes anzuheben, nicht erreicht. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft hatten die EU-Länder bis zum Jahr 2008 ihre durchschnittlichen FuE-Aufwendungen um lediglich 0,1 Prozent auf 1,95 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufgestockt. Zwar hätten einige Länder wie Schweden, Finnland, Dänemark und Deutschland ihre entsprechenden Ausgaben aufgestockt, andere wiederum wie Frankreich, Belgien, Vereinigtes Königreich, die Niederlande und Luxemburg sogar gesenkt. Österreich hat den Angaben zufolge aufgeholt und investiere mit 2,68 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes mittlerweile sogar mehr in FuE als die Bundesrepublik. Damit sei Deutschland im europäischen Ranking vom dritten auf den fünften Platz abgerutscht. Mit einem Anteil der FuE-Ausgaben von 2,64 Prozent liege Deutschland zudem noch deutlich hinter der drei-Prozent-Zielmarke (s. Grafik).
Die neuen Hochschulabschlüsse Bachelor und Master machen es Studenten einer Umfrage zufolge zunehmend schwerer, neben dem Studium Geld zu verdienen. 61 Prozent der Master- und 57 Prozent der Bachelor-Studenten gaben an, Hochschule und Job nur schlecht unter einen Hut bringen zu können. Bei den Diplomanden waren es dagegen nur 47 Prozent, wie die repräsentative Studie „unicensus10“ der Unternehmensberatung univativ ergab.
Die Herausgeber der Studie sehen darin den Preis des bildungspolitischen Willens, die Studienzeit durch die Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse zu verkürzen.
Im Auftrag der Unternehmensberatung wurden im Juni und Juli mehr als 1 000 angehende Akademiker an 55 deutschen Hochschulen befragt. Zudem wurden rund 34 000 Stellenanzeigen ausgewertet. Dabei stellte sich nach Ansicht der Forscher heraus, dass Unternehmen soziale Kompetenzen erwarteten, die die Studierenden so gar nicht hätten. Als Beispiele wurden Flexibilität und Kundenorientierung genannt. Analytisches Denken und Kommunikationsfähigkeit seien dagegen nicht so gefragt, wie die Studenten glaubten. Teamfähigkeit und Engagement nähmen beide Seiten etwa gleich wichtig.
Nach Ansicht der Unternehmensberatung müssten die straffen, verschulten Lehrpläne“ der neuen Studiengänge wieder flexibler werden, um Studierenden Zeit zu geben, bei Praktika und studienbegleitenden Jobs Flexibilität, Kundenorientierung und Teamfähigkeit zu lernen.